Ernährung und Morbus Sudeck

Ernährungsempfehlung bei CRPS

Die Ernährung bei CRPS gibt es leider nicht. Auch existiert keine spezielle Diät, um den Verlauf des CRPS aufzuhalten. Doch gibt es Empfehlungen für Lebensmittel, die sich eher negativ auf die Symptome eines CRPS auswirken und Lebensmittel, die einen positiven Beitrag bei der Behandlung des CRPS leisten können. Die Ernährung sollte bei CRPS mit Bedacht gewählt werden. Einige Lebensmittel, z.b. Kaffee, können zu einer Verstärkung der Symptome des CRPS führen.

Durch den Einbau bestimmter Lebensmittel in den Speiseplan und durch die Art der Zubereitung der Mahlzeiten kann sich der chronische Schmerz des CRPS positiv beeinflussen lassen.

Lebensmittel, die im Allgemeinen die Gesundheit angreifen und im Speziellen zur einer Verschlimmerung der Schmerzen führen können, sollten möglichst bei der Ernährung von CRPS-Betroffenen gemieden werden, dieses sind z.B. Kekse, Kuchen, Schokolade, Leber, Würstchen, uvm.

Lebensmittel können die Arbeit der hemmenden Nervenzellen im Zentralnervensystem, die bei der Schmerzweiterleitung den Schmerz unterdrücken, unterstützen. Zu diesen Lebensmitteln gehören u.a. frisches Obst und Gemüse. Durch den Einbau bestimmter Lebensmittel in die tägliche Ernährung und die schonende Zubereitung der Mahlzeiten kann sich auch ein evtl. Übergewicht normalisieren.

In der amerikanischen Literatur wird in der Ernährung bei CRPS von der „4-F-Diät“ gesprochen. Die 4 „Fs“ stehen für die Lebensmittel, die bei CRPS und chronischen Schmerzen regelmäßig zu sich genommen werden sollen:

  1. frisches Obst- keine Konserven
  2. frisches Gemüse / Salat- welches möglichst mit Olivenöl zubereitet werden soll
  3. Fisch- welcher gegrillt oder geröstet wird
  4. Geflügel (Fowl)- ohne Haut, möglichst nicht gebraten, sondern auch gegrillt, im Backofen zubereitet oder geröstet

Im Speiseplan sollten die „5 Cs“ möglichst gemieden werden, da diese Lebensmittel zu einem Anstieg der Schmerzen führen können:

  1. Kekse (Cookies)
  2. Kuchen (Cakes)
  3. Schokolade (Chocolate)
  4. Alkoholische Getränke (Cocktails)
  5. Süßigkeiten (Candys)

Empfehlungen von Lebensmitteln bei chronischen Schmerzen
In der amerikanischen Literatur werden bestimmte Lebensmittel bei der Ernährung von chronischen Schmerzpatienten empfohlen, während andere Lebensmittel gemieden werden sollten, da diese über den Arachidonsäurestoffwechsel zu einem Schmerzanstieg führen können.

Lebensmittel, die gemieden werden sollten:

  • kristalliner Zucker = „weißer Hauszucker“
  • zuckerhaltige Softdrinks
  • Torten und Pasteten
  • Fleischwurst, Mortadella, Lyoner, Ringwurst
  • Salami
  • Hot Dogs
  • Tauben
  • Eiscreme
  • weißes Mehl, angereichertes gebleichtes Mehl
  • Sirups, Zuckersäfte
  • Mayonnaise
  • weißes/helles Brot
  • generell Gebratenes in jeder Form
  • konservierte Früchte in Zuckerwasser
  • Kuchen
  • Süßigkeiten, Süßspeisen
  • Schweineschmalz, Schweinefett, Bauchschmalz
  • Brat- und Backfette, ausgehärtete Pflanzenfette
  • Kartoffelchips
  • Dips
  • Kuchenmischungen
  • Alkohol
  • Kaffeeweisser, Milchersatz
  • Margarine
  • Donuts
  • Butter
  • Schinken, Speck, Schwein

Lebensmittel, die selten und/ oder sehr sparsam zubereitet werden sollten:

  • Kaffee – besser ersetzen durch (Eis-)Tee (ungesüßt)
  • Lamm
  • Tee
  • Kartoffelmus oder Bratkartoffeln, wenn dann in Olivenöl zubereitet

Lebensmittel, die in den Speiseplan eingebaut werden sollten:

  • Diätdrinks, aber ohne Koffein, Zucker, und mit wenig oder gar keinem enthaltenem Natrium
  • entrahmter Käse
  • Äpfel
  • alle frischen Obstsorten
  • ungesüßter Orangen- und Grapefruitsaft
  • naturbelassener Apfelsaft
  • alle frischen Gemüsesorten
  • Kalbfleisch
  • Huhn oder Geflügel, allerdings ohne Haut
  • Hummer
  • mageres/ fettarmes Roastbeef, allerdings in Maßen
  • Rosinen
  • entrahmte Milch
  • Thunfisch, in Wasser eingelegt
  • Nüsse, naturbelassen und v.a. ungesalzen
  • naturbelassener Honig
  • Haferflocken
  • Hüttenkäse mit geringem Fettgehalt
  • naturbelassener Joghurt mit geringem Fettgehalt
  • Süßkartoffeln mit Schale
  • Eier, aber nicht mehr als zwei pro Woche
  • Sardinen
  • jede frische Fischsorte
  • jede Form von Getreide als z. Bsp. Müsli
  • Shrimps
  • getrocknete Früchte
  • Krabben und Krebse
  • 6- 8 Gläser Wasser pro Tag

Beim Einkauf sollte man die Deklarierungen auf den Verpackungen der Lebensmittel lesen. Vor allem sollte auf die Angabe von Kohlenhydraten geschaut werden. Zucker wird in letzter Zeit gerne mit anderen Begriffen umschrieben. Auch sollte man aufmerksam sein bezüglich der angegebenen Fett- und Kalorienverhältnisse. Lebensmittel, die ein hohes Fett-Kalorienverhältniss haben, sollten gemieden werden. Sind hohe Angaben hinsichtlich des enthaltenen Cholesterins, Konservierungsstoffe, chemische Zusätze und/ oder zugesetzter Geschmackstoffe auf den Verpackungen zu lesen, sollten diese Lebensmittel auch gemieden werden. Wenn auf der Verpackung von Lebensmitteln eine lange Liste an Zutaten und Inhaltsstoffen, vor allem mit unaussprechbaren und nicht bekannten Worten zu lesen ist, sollte dieses Lebensmittel nicht gekauft werden. Auch sollte jeder chronische Schmerzpatient auf die Zufuhr von Salz achten. Bei abgepackten Lebensmitteln sollte geschaut werden, wieviel Salz enthalten ist. Am besten sind Lebensmittel, die wenig oder gar kein Salz enthalten.

Essenszubereitung
Während der Zubereitung von Mahlzeiten sollte auf Öl, Margarine und Butter verzichtet werden. Auch Salz sollte so wenig wie möglich in der Zubereitung von Mahlzeiten Verwendung finden.

Bei der Zubereitung sind Zubereitungsformen, die kein Öl und Fett benötigen, unbedingt vorzuziehen- dieses sind Dünsten, Grillen, Rösten und/ oder im Backofen garen. Auf jeden Fall sollte auf gebratene und frittierte Lebensmittel verzichtet werden. Wenn diese Zubereitungen doch gewünscht werden, sollte mit Ölivenöl gebraten werden.

Der Trend in Restaurants, Salat- Bars anzubieten, um sich fettarm und kalorienbewusst zu ernähren, kann sehr oft irreführend sein. Gerade diese Salat-Bars mit den „Fertig-Salat-Saucen“ bergen hohe Fettgehalte!

Diätische Modeerscheinungen
„Käse enthält viel Cholesterin“. Es gibt zwei Sorten von Käse:

  1. Scharfer, herzhafter Käse ist sehr reich an Tyrosin. Lebensmittel, die viel Tyrosin (eine Aminosäure, die im Körper u.a. zu Katecholaminen umgewandelt wird) enthalten, können bei CRPS-Betroffenen zu einer Schmerzverstärkung führen.
  2. Milder Käse, z. Bsp. Mozzarella und Ricotta, enthalten nur 25-30 mg Cholesterin pro Portion- im Gegensatz zu Leber mit ca. 375 mg und Krakauer-Wurst mit ca. 400 mg Cholesterin pro Portion.

„Schalen-und Meeresfrüchte enthalten zu viel Cholesterin“.
Schalen-und Meeresfrüchte enthalten HDL-Cholesterin. HDL-Cholesterins nehmen überschüssiges Cholesterin aus den Körperzellen auf und bringen es zur Leber. Hohe HDL-Cholesterin-Werte schützen vor jeder Form von Gefäßkrankheiten.

„Nichts essen, bevor man zu Bett geht“.
Falsch ist rotes Fleisch, Kaffee oder Schokolade vor dem Schlafengehen zu essen.
Aber Obst und fettarme Milchprodukte können vor dem Zubettgehen zu sich genommen werden. Es wird sogar von einem positiven Effekt bei chronischen Schmerzen berichtet.

Kaffee
CRPS-Betroffene sollten Kaffee und Koffein meiden. Es ist naiv zu glauben, dass Koffein keine Effekte auf das Schmerzgeschehen habe.

  1. Koffein enthält ein auf Säure basierendes Öl, ein Alkaloid, welches ein Reizstoff für die Magenschleimhaut darstellt. Dieses Alkaloid stimuliert die Freisetzung von Magensäure. Die erhöhte Sekretion vom Magensäure führt zu einer vermehrten Freisetzung von Adrenalin. Adrenalin bewirkt, dass die Insulinausschüttung im Körper erhöht wird. Das Resultat dieser Wirkungskette ist eine sekundäre-reaktive Unterzuckerung. Es kommt zu einer Nervosität, der Blutdruck steigt an und 2-3 Stunden nach dem Koffeingenuss kommt es zu einem Verlangen nach Süßem als Resultat der sekundär-reaktiven Unterzuckerung. All die Wirkungen des Koffeins sind nicht förderlich für das CRPS. Das Ansteigen des Adrenalins nach Koffeingenuss wirkt den Medikamenten entgegen, die das entgleiste und hyperaktive Dopamin erregenden  System bei CRPS positiv beeinflussen wollen.
  2. Kaffee ist schädlicher als koffeinhaltige Softdrinks oder Tee.
  3. Milder Tee führt nicht zu einer reaktiven Unterzuckerung und Blutdruckanstieg.
  4. Tee, der nicht zu stark zubereitet wird, enthält viel weniger Koffein. Das im Tee enthaltene Teein ist zwar auch Koffein, enthält aber Tannine (= Gerbstoffe), die Durst hervorrufen.
  5. Kaffee und Tee führen zu einem vorübergehenden Anstieg der Körpertemperatur. Ein paar Minuten, z.b. nach Kaffeegenuss, kommt es durch die Stimulierung des Adrenalins zu kälteren Extremitäten und gleichzeitig zu einem Anstieg der zentralen Körpertemperatur. Tee wirkt in dieser Hinsicht milder, aber hat den gleichen Effekt. Kalte Extremitäten können das CRPS verschlimmern.
  6. Eis-Tee scheint die mildeste Form eines koffeinhaltigen Getränkes zu sein. Zum Beispiel fühlt sich ein Patient mit höherem Fieber schlechter, wenn er Kaffee trinkt. Doch Tee mit Zitrone oder Limone hilft bei Fieber und dem Stress, der durch das Fieber für den Körper ausgelöst wird. Wie selbstgemachte Hühnersuppe bei bestimmten Erkrankungen hilft, hat milder Tee einen positiven Effekt bei Fieber und Stress. Kaffee führt zu einer Steigerung von Stress- das CRPS ist für den Körper Stress!

Kräuter-Tees
Auch wenn Tee nicht so schädlich wie Kaffee für den Körper ist, heißt dieses nicht, dass die Kräuter-Tees für jeden CRPS-Betroffenen gut oder positiv sind. Es gibt eine große Auswahl an verschiedenen getrockneten Teesorten.
Einige Kräuter enthalten schädliche Substanzen, die bei allen Menschen negative Auswirkungen haben, CRPS-Betroffene jedoch stärker diese Auswirkungen spüren.

Einige Autoren empfehlen, Kräuter-Tees in der Ernährung bei chronischen Schmerzen zu meiden, da die Belastungen der Kräuter an chemischen Stoffen sehr variiert und meist nicht geregelt ist.

Vor allem Tees wie z. Bsp. aus dem Sassafraslorbeer enthalten sehr hohe Dosen an Tannine, die im Verdacht stehen, karzinogen (=krebserzeugend) zu sein.
Tees, die Katzenminze, Kriechwachholder, Muskat, Hortensien enthalten, können halluzinogen wirken. Kamillen-Tee, Ringelblumen-Tee können schwere allergische Reaktionen auslösen. Sennesblätter und Aloe Vera-Blätter haben abführende Wirkungen. Tees aus Mistelblättern und Schachtelhalm können toxische Reaktionen im Körper auslösen.

Bei Kräuter-Tees sollte sehr auf die Herkunft der Pflanzen geachtet werden. Die Reaktionen des Körpers auf Kräuter-Tees sollten sehr genau beobachtet werden.

(Quelle: Neurological Associates Pain Management Center,Vero Beach, Florida;www.rsdrx.com / Deutschgsprachige Veröffentlichung auf: www.crps-info.de)